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Rohrleitungs-Handbuch

Fluide, Druck, Förderhöhe und fortgeschrittene Rohrnetze im Griff.

Bänder verzeihen viel. Rohre nicht. Ein Rohrnetz, das auf dem Papier perfekt aussah, kann eine halbe Raffineriereihe aushungern, eine ganze Reihe Treibstoffgeneratoren zum Stillstand bringen oder sich schlicht weigern, eine Klippe hochzulaufen – und das Spiel verrät fast nichts darüber, warum. Diese Anleitung geht das ganze Modell durch: wie ein Rohr entscheidet, wie schnell es fließt, was die Förderhöhe wirklich misst und welche Anordnungen aus Pumpen, Puffern, Ventilen und Kreuzungen die Probleme lösen, die in der Praxis auftauchen.

Diese Seite ist eine interaktive Adaption von The FICSIT Inc. Plumbing Manual: A Guide to Pipelines. Jede Regel, jede Zahl und jedes Beispiel stammt aus diesem Handbuch; die Diagramme, Rechner und Wissensfragen sind von uns.

Handbuch-Version
1.4
Datum
21.08.2022
Geschrieben für
Update 5 + Update 6 (und später)

Das Handbuch ist älter als die aktuelle Spielversion. Wir sind lieber nah an der Quelle geblieben, statt jede Aussage gegen den neuesten Patch neu zu testen – nimm die Zahlen deshalb als Messwerte des Handbuchs und nicht als unabhängig geprüfte Daten.

Ein Rohrnetz mit Pumpe, Kreuzung und Flüssigkeitsspeicher
L1

Allgemeines Rohrverhalten

Rohrleitungen sind gegenüber echter Rohrtechnik stark vereinfacht. Drei Eigenschaften erklären fast alles, was sie tun.

Bidirektional

Ein Rohr hat keine Vorzugsrichtung. Fluid kann in beide Richtungen hindurchfließen.

Schwerkraftgebunden

Ein Rohr fließt immer zuerst nach unten, wenn es kann.

Druckbasiert

Rohre bewegen Fluid über Druck. Diese Bewegung ist die .

Aus diesen dreien folgt das Verhalten, das im Feld tatsächlich zu sehen ist:

  • Rohre bauen Druck auf, während sie sich füllen. Je voller sie sind, desto schneller fließen sie – ein Rohr für sich allein steuert etwa 1,2 m Förderhöhe bei.
  • Fluid fließt von hohem zu niedrigem Druck, in der Praxis also von einem vollen Rohr zu einem weniger vollen.
  • Solange das Innenvolumen eines Rohrs nicht voll ist, kann es keine übertragen – weder von einer Maschine noch von einer Pumpe.
Durchflussrate

Wie viel Fluid sich gerade pro Minute durch das Rohr bewegt.

Maximale Durchflussrate

Die Obergrenze des Rohrs. Schneller kann es nie fließen.

Aktuelle Menge

Das Innenvolumen – das Blasensymbol. Es zeigt, wie voll das Rohr ist, und es ist die Zahl, die über alles andere entscheidet.

Ein Rohr kann nur mit voller Geschwindigkeit fließen, wenn es voll ist. Bei 50 % Füllung fließt es halb so schnell. Das Beispiel aus dem Handbuch: Ein Mk.1-Rohr, in dem 6 von 10 m³ stehen, fließt mit 180 m³/min, nicht mit 300.

Füllstand und Durchflussrate

Interaktiv
Gemessener Durchfluss600 m³/min
10 m³ / 10 m³
Aktuelle Menge
100 %
Füllstand
300 m³/min
Möglicher Durchfluss
300 m³/min
Maximale Durchflussrate

Bildet das Beispiel des Handbuchs nach: ein Mk.1-Rohr mit 6 von 10 m³ fließt mit 180 m³/min.

RohrleitungMaximale Durchflussrate
Pipeline Mk.1300 m³/min
Pipeline Mk.2600 m³/min

Regel Volle Rohre sind glückliche Rohre

Wissensfrage

Optional

Ein Rohr führt in drei Abschnitten eine Felswand hinauf. In welcher Reihenfolge füllen sich A, B und C?

ABCZufluss

Wähle die Antworten der Reihe nach

Dieselbe Regel erklärt eine Anzeige, die fast alle verwirrt. Ein Wasserextraktor bei 100 % Taktrate fördert 120 m³/min – seine Anzeige nennt aber 300 m³/min, und als Maximum steht dort 600.

Ausgabe: Wasserextraktor 100 % Taktrate
300 m³/minDurchschnitt: 120 m³/min600 m³/min
120 m³/min
Produktion
300 m³/min
Anzeige beim Entleeren
600 m³/min
Maschinenmaximum
  • Maximale Durchflussrate ist die Geschwindigkeit, mit der Rohre fließen und Maschinen sich leeren können.
  • Durchflussrate ist die Geschwindigkeit, mit der die Maschine in diesem Moment Fluid ausgibt.
  • Rohre versuchen mit voller Geschwindigkeit zu fließen, wenn sie voll sind – und Maschinen tun das ununterbrochen. Jedes Mal, wenn eine Maschine Fluid produziert, versucht sie sich so schnell zu leeren, wie das angeschlossene Rohr es zulässt.
  • Der Extraktor leert sich also mit 300 m³/min (dem Limit des Mk.1-Rohrs), bis er leer ist, und wartet dann. Im Mittel gibt er trotzdem seine 120 m³/min ab. Die 600 sind das, was mit einem Mk.2-Rohr und ohne Ventil dazwischen möglich wäre.
L2

Druck und Förderhöhe

Rohre kennen zwei Arten von Druck. Nur eine davon ist die Aufmerksamkeit wert.

Die beiden sind und . Hier geht es nur um die Förderhöhe, denn der Arbeitsdruck lässt sich weder leicht beeinflussen noch leicht bemerken.

  • Die Förderhöhe bestimmt die maximale Höhe, auf die Fluid fließen kann. Alles andere folgt aus diesem einen Satz.
  • Sie wird durch volle Rohre übertragen und nimmt dabei nicht ab. Eine Pumpe mit 50 m hat am fernen Ende eines vollen Rohrs immer noch 50 m.
  • Die Ausnahme ist eine Pumpe ohne Strom: Sie setzt die Förderhöhe auf ihrer Ausgangsseite auf 0 m. blockieren die Förderhöhe nicht.
  • Bei der Förderhöhe geht es nur um Höhenunterschiede. Waagerechte Rohre brauchen sie nicht, um ihre Durchflussrate zu halten.
QuelleFörderhöheMit der Toleranz von ~12 %
Normale Maschinen (Wasserextraktor, Frachtplattform für Flüssigkeiten, …)10 m≈ 12 m
Pipeline-Pumpe Mk.120 m≈ 22 m
Pipeline-Pumpe Mk.250 m≈ 55 m
Flüssigkeitsspeicher (400 m³)bis zu 8 mhängt vom Füllstand ab
Industrieller Flüssigkeitsspeicher (2400 m³)bis zu 12 mhängt vom Füllstand ab

Förderhöhen-Rechner

Interaktiv
Was drückt
0 m10 m20 m30 m40 m50 m60 mToleranz20 m18 m
20 m
Verfügbar
18 m
Zielhöhe
22 m
Mit Toleranz
Sicher
Ergebnis

Werte aus Lektion 2 des Handbuchs, inklusive der dort gemessenen Toleranz von ca. 12 %.

L3

Durchfluss planen

Wie viel Rohr braucht es wirklich? Weniger als gedacht – solange das Richtige gezählt wird.

Nimm sechs Maschinen, die je 100 m³/min brauchen, an Mk.1-Rohr. Speise die Reihe von links mit 300 m³/min und von rechts mit 300 m³/min – es funktioniert: Die linken 300 reichen exakt für die ersten drei Abnehmer, die rechten 300 für die anderen drei. Das Rohr in der Mitte wird dabei nicht einmal gebraucht – die beiden Hälften tauschen nie Fluid aus.

Jetzt mach aus jedem Abnehmer 150 m³/min und speise die Reihe an zwei Punkten in ihrem Inneren. Das sieht nach einem Engpass aus, ist aber keiner: Die Kreuzung in der Mitte zeigt Ein: 450 / Aus: 450, während kein einzelnes Rohr jemals mehr als 300 trägt.

Acht Eingänge mit je 100 m³/min sind zusammen 800 m³/min. Wie viele Rohre braucht es, um das abzuführen? Drei – und jedes davon trägt 266,66 m³/min, nicht 300 / 300 / 200. Rohre streben überall den gleichen Druck an, deshalb verteilt sich der Arbeitsdruck gleichmäßig auf die drei Ausgänge: 800 / 3 = 266,666.

Netze aus dem Handbuch

Interaktiv
200 m³/min100 m³/min0 m³/min100 m³/min200 m³/min300 m³/min300 m³/min100 m³/min100 m³/min100 m³/min100 m³/min100 m³/min100 m³/min

Von beiden Enden gespeist. Das mittlere Rohr führt nichts und wird gar nicht gebraucht.

Nachbauten der vier Diagramme von Seite 6, mit den Zahlen wie gedruckt.

Netz-Labor

Interaktiv
300 m³/min200 m³/min100 m³/min0 m³/min100 m³/min200 m³/min300 m³/minEin: 300 m³/minEin: 300 m³/min100 m³/min je Maschine
100 m³/min
Je Maschine
300 m³/min
Vollstes Rohr
300 m³/min
Rohrlimit
Passt
Ergebnis

Die Rechnung des Handbuchs, keine Simulation: jeder Abgriff nimmt denselben Anteil.

L4

Pipeline-Pumpen

Pumpen sind Aufsätze, die den Druck in einer Rohrleitung erhöhen. Schneller fließen lassen sie es nicht.

Eine – eine Pipeline-Pumpe Mk.1 oder eine Pipeline-Pumpe Mk.2 – erhöht die Förderhöhe, sonst nichts. Sie steigert nicht die Durchflussrate, und an Rohrleitungen, die nie nach oben führen, wird sie nicht gebraucht.

Zwei Pumpenaufsätze, an Rohrabschnitten montiert
Pipeline-Pumpe Mk.1 – 20 m Förderhöhe (max. 22 m) · Pipeline-Pumpe Mk.2 – 50 m Förderhöhe (max. 55 m)
  • Sie verhindern Rückfluss – Pumpen arbeiten nur in eine Richtung.
  • Sie erzeugen einen blauen Hologrammring, der dort endet, wo ihre Förderhöhe endet. Der Ring reicht höchstens 100 m weit, an einer langen diagonalen Rohrleitung ist sein Ende deshalb womöglich nicht zu sehen.
  • Sie haben kein eigenes Durchflusslimit; mit Mk.1- und Mk.2-Rohren arbeiten sie gleichermaßen.
  • Sie rasten am Hologrammring anderer Pumpen ein, was das Verteilen über einen langen Anstieg einfach macht.
  • Die Förderhöhe einer Pumpe stapelt sich nicht mit der einer zweiten – wohl aber mit der Förderhöhe, die hinter der Pumpe durch Schwerkraft zurückgewonnen wird.

Pumpen in vier Situationen

Interaktiv
20 m

Eine Pumpe hebt alles hinter sich: alle drei Zweige steigen gemeinsam 20 m. Der Hologrammring zeigt, wo die Förderhöhe endet, und reicht höchstens 100 m.

Die vier Fälle, die Lektion 4 zeichnet.

  • Die Förderhöhe wird ab der Mitte des Rohrs oder der Pumpe gemessen, und immer nach oben – nie nach unten. Fluide fließen von allein abwärts; sie müssen nicht geschoben werden.
  • Die Ausgangsseite trägt immer den gestreiften Ring. Wer nicht sicher ist, wohin eine Pumpe zeigt, sucht die Streifen.
  • Eine Pumpe an einem flachen, waagerechten Rohr zeigt etwa 1,5 m Förderhöhe an. Das ist der Grunddruck, kein Fehler.
  • Pumpen wirken auch, wenn sie im waagerechten Teil einer Rohrleitung sitzen – das Fluid steigt, sobald das Rohr nach oben führt.

Wissensfrage

Optional

Eine Rohrleitung hat zwei Buckel: Der erste ist 18 m hoch, der zweite 22 m. Die Pumpe sitzt 9 m hoch am ersten Rohr. Reicht das für beide?

9 m18 m22 m
L5

Flüssigkeitsspeicher

Puffer speichern Fluid – und, weniger offensichtlich, sie erzeugen eine Förderhöhe, die von ihrem Füllstand abhängt.

PufferKapazitätHöheAnschlusshöhe
Flüssigkeitsspeicher400 m³8 m1,5 m
Industrieller Flüssigkeitsspeicher2400 m³12 m1,5 m

Um einen Puffer zu füllen, muss das angeschlossene Rohr eine Förderhöhe in Höhe des Puffers liefern: 8 m beim kleinen, 12 m beim industriellen. Die 10 m einer Maschine füllen einen kleinen Puffer, einen industriellen nicht.

Was ein Puffer zurückgibt, ist proportional zum Fluid in seinem Inneren. Ein halb voller industrieller Puffer erzeugt 6 m Förderhöhe, ein halb voller kleiner 4 m.

Flüssigkeitsspeicher

Interaktiv
Puffer
0 m2 m4 m6 m8 m10 m12 m1,5 m6 m
1.200 m³
Gespeichert
2.400 m³
Kapazität
6 m
Förderhöhe
Kommt mit
Ausgang

Es braucht etwa 300 m³ im Puffer, bis 1,5 m Förderhöhe erreicht sind und er so schnell ausgibt, wie Fluid hineinfließt.

Die Förderhöhe folgt der Füllhöhe; die 1,5-m-Linie ist die Ausgangsschwelle aus dem Handbuch.

Puffer, die miteinander verbunden sind, versuchen sich gegenseitig auszugleichen. In Reihe führt das zu kräftigem Hin- und Herschwappen; parallel löst sich das seltsame Schwappen weitgehend auf.

Puffer, die sich ausgleichen

Interaktiv
Starkes Schwappen hin und her

Miteinander verbundene Puffer versuchen, sich auszugleichen.

L6

Ventile

Ventile tun zwei Dinge: Sie stoppen Rückfluss, und sie deckeln die Durchflussrate eines Rohrs.

  • Ein – das Ventil – ist ein Rohraufsatz, der keinen Rückfluss zulässt und es möglich macht, die Durchflussrate des Rohrs zu begrenzen.
  • Das Limit stellst du über den Regler ein oder tippst eine Zahl ein – mit Enter bestätigen.
  • Ventile haben einen kleinen Anzeigefehler: Die Durchflussrate, die sie zeigen, ist ungenau. Richtig eingesetzt erledigen sie ihre Aufgabe trotzdem.

Der Haken ist derselbe wie überall in dieser Anleitung. Wenn der Druck im Rohr nicht groß genug ist – also wenn das Rohr nicht voll ist –, gibt ein Ventil weniger aus als das eingestellte Limit. Das Beispiel aus dem Handbuch: 240 m³/min kommen an, das Ventil steht auf 120, und heraus kommen nur 60 m³/min. Sobald das Rohr voll und der Druck zurück ist, lässt das Ventil seine 120 durch.

Ventil-Labor

Interaktiv
Zweige
Zweig 1
Zweig 2
300 m³/min150 m³/min150 m³/min150 m³/min150 m³/min

Die Limits ergeben zusammen den Eingangsfluss. Jeder Zweig bekommt genau das, worauf er eingestellt ist.

Ein Ventil erreicht sein Limit erst, wenn sein Eingangsrohr voll ist; ein Zweig ohne Ventil ist nicht vorhersagbar.

Ventile in Reihe

Interaktiv
120 m³/min120 m³/min120 m³/min300 m³/min90 m³/minSolange die Eingangsseite nicht voll ist, gibt ein Ventil weniger aus als eingestellt.

Drei Ventile auf 120 m³/min, gespeist mit 300 m³/min.

Wissensfrage

Optional

Eine Rohrleitung versorgt eine Maschine, mit einem auf der Eingangsseite gegen Rückfluss. Die Maschine füllt sich, und das Eingangsrohr auch. Was passiert am Ventil?

Pipeline-KreuzungVentilMaschine
L7

Fehlersuche

Rohrprobleme fallen in drei Familien. Arbeite sie der Reihe nach ab – die späteren sind deutlich schwerer zu erkennen.

Fehlersuche

Interaktiv

Was siehst du gerade?

Problem mit der Verbindung

Eine fehlende oder schlechte Verbindung – von den dreien am billigsten zu beheben, und es lohnt sich, sie zuerst auszuschließen.

Problem mit der Förderhöhe

Meist verursacht dadurch, dass die 10 m einer Maschine überschätzt werden, oder durch eine schlecht platzierte Pumpe.

Problem mit der Durchflussrate

Der komplizierte Fall. Geh ihn erst an, wenn sicher ist, dass es weder an der Verbindung noch an der Förderhöhe liegt.

Die drei Fehlerfamilien aus Lektion 7, in der vom Handbuch empfohlenen Reihenfolge.

L8

Manifolds

Ein Manifold ist jede Anordnung aus Rohren und Kreuzungen, die in Reihe verbunden sind. Weil Rohre und Kreuzungen in beide Richtungen arbeiten, gleicht sich ein Manifold am Ende selbst aus.

Genau dieser Selbstausgleich macht Manifolds attraktiv: eine Reihe Maschinen bauen, ein Zulaufrohr daran vorbeiführen – die Verteilung regelt das Netz selbst. So einfach das klingt, es gibt Regeln, die darüber entscheiden, ob es gut oder schlecht funktioniert.

  1. 1
    Das Zulaufrohr auf Höhe der Maschineneingänge oder darüber bauen

    Niemals darunter. Die Förderhöhe ist für jedes Rohr im Netz gleich, ein tief liegendes Zulaufrohr muss also erst das ganze Netz auf denselben Fluidstand heben, bevor eine einzige Maschine versorgt wird.

  2. 2
    Die Maschinen vorbefüllen

    Ein Maschineneingang fasst 50 m³ Fluid. Sorge dafür, dass er voll ist – ein voller interner Speicher heißt, dass die Maschine nur noch so viel verbraucht, wie sie wirklich braucht.

  3. 3
    Bleiben Probleme, das Netz zu einer Schleife schließen

    Eine Schleife speist von beiden Enden ein und vermeidet Verluste. Sie löst außerdem das Rückfluss-Problem aus Wissensfrage 3.

Höhe der Zuleitung

Interaktiv
Jede Maschine wird versorgt, sobald Fluid ankommtZuleitung

Manifold-Regel 1: Baue die Zuleitung auf Höhe der Maschineneingänge oder darüber.

Das Netz zur Schleife schließen

Interaktiv
EinspeisungFluid wird von beiden Enden eingespeist, keine Maschine sitzt am Ende der Reihe

Manifold-Regel 3 – und die Lösung für den Rückfluss aus Wissensfrage 3.

L9

Nebenprodukte zurückführen

Manche Prozesse – Aluminium vor allem – liefern ein flüssiges Nebenprodukt, das irgendwohin muss. Es direkt zurückzuspeisen ist der naheliegende Zug, und es ist eine Falle.

Die einfache Aluminiumverarbeitung: 120/min Bauxit und 180 m³/min Wasser gehen in die erste Raffinerie, die daraus 120 m³/min Aluminiumoxidlösung und 50/min Quarzsand macht. Die zweite verwandelt diese Aluminiumoxidlösung und 60/min Kohle in 180/min Aluminiumschrottund 60 m³/min Wasser.

Die meisten Pioniere versuchen, dieses Wasser zurück in die erste Raffinerie zu speisen. Ohne zusätzliche Arbeit verstopft dabei die zweite Raffinerie: Die Kreuzung vor der ersten Raffinerie führt jetzt 240 m³/min180 frische plus 60 zurückgeführte – in einen Eingang, der nur 180 annimmt.

Wasserkreislauf beim Aluminium

Interaktiv
180 m³/min240 m³/minRaffinerie 150/min120 m³/minRaffinerie 2180/min60 m³/min240 m³/min in einen Eingang für 180

Die Kreuzung vor der ersten Raffinerie führt jetzt 240 m³/min in einen Eingang, der nur 180 m³/min annimmt. Die zweite Raffinerie verstopft – und ein verstopfter Ausgang stoppt die Produktion ganz.

Die vier Lösungen aus Lektion 9, jeweils mit der Bewertung des Handbuchs.

L10

Durchfluss-Filter

Zwei kleine Bauten, die eine springende Durchflussrate glätten, damit sie überhaupt ablesbar wird.

Das sind eigentlich keine „Schaltungen“ – es sind Rohrbauten –, aber so lässt sich leichter über sie sprechen. Beide lassen das Ventillimit unangetastet: Sie ändern, wie gleichmäßig der Durchfluss ist, nicht wie viel davon da ist. Wirkt eine Schaltung unruhig, setz Pumpen an ihren Ein- und Ausgang.

Beispielbau Durchfluss-Ausgleicher: ein Flüssigkeitsspeicher über einer Rohrstrecke mit einem Ventil zwischen zwei Kreuzungen
Durchfluss-Ausgleicher – Beispielbau

Der Durchfluss-Ausgleicher verringert Schwankungen der Durchflussrate. Er speichert Fluid, wenn zu viel da ist, und gibt es ab, wenn zu wenig da ist. Im Beispiel des Handbuchs kommt ein Rohr, das zwischen 30 und 150 m³/min schwankt, mit 65 bis 115 m³/min heraus.

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Schaltzeichen
Beispielbau Durchfluss-Kompensator: zwei Flüssigkeitsspeicher, die mit einem Ventil in eine Rohrstrecke eingebunden sind
Durchfluss-Kompensator – Beispielbau

Der Durchfluss-Kompensator ist ein verbesserter Ausgleicher – man könnte ihn Ausgleicher Mk.2 nennen. Er dämpft Schwankungen noch stärker, ist dafür aber deutlich langsamer und etwas instabil. Dasselbe Rohr mit 30 bis 150 m³/min verlässt ihn mit etwa 90 m³/min. Selbst die sehr sprunghaften Mk.2-Rohre, die oft heftig schwanken, lassen sich damit bändigen.

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Durchfluss-Filter

Interaktiv
0 m³/min50 m³/min100 m³/min150 m³/min
30 m³/min – 150 m³/min
Ohne Filter
65 m³/min – 115 m³/min
Nach der Schaltung
unverändert
Ventil-Limit

Die Bereiche, die Lektion 10 für dasselbe schwankende Rohr angibt.

L11

Kreuzungen mit variabler Priorität

Zwei Bauten, die aus einer schlichten Kreuzung ein Prioritätsbauteil machen: einer für Eingänge, einer für Ausgänge.

Beispielbau Kreuzung mit variabler Eingangspriorität: zwei gepumpte Eingänge auf verschiedenen Höhen münden in gestapelte Kreuzungen
Kreuzung mit variabler Eingangspriorität [VIP] – Beispielbau

Die priorisiert den untersten Eingang. Das Rohr ganz unten fließt frei, während die darüber blockiert sind – es sei denn, der Ausgang lässt mehr Durchfluss zu. Denk daran, die Pumpen mit Strom zu versorgen. Für mehr Prioritätsstufen erweiterst du die VIP nach oben um weitere Eingänge; das Minimum sind 2 Eingänge und 1 Ausgang.

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oberer Eingangunterster EingangAusgang
Schaltzeichen
Beispielbau Kreuzung mit variabler Ausgangspriorität: ein gepumpter Eingang versorgt drei gestapelte Kreuzungen mit Ventilen
Kreuzung mit variabler Ausgangspriorität [VOP] – Beispielbau

Die priorisiert den untersten Ausgang. Sie füllt zuerst das Ausgangsrohr ganz unten; ist das voll, füllt sie das nächste darüber. Im Kern ist sie eine erweiterte . Ventillimits an den Zweigen legen den gewünschten Durchfluss je Rohr fest. Für mehr Stufen erweiterst du sie nach oben; das Minimum sind 1 Eingang und 2 Ausgänge.

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unterster Ausgang
Schaltzeichen

VIP/VOP-Simulator

Interaktiv
Eingänge
120 m³/minPriorität60 m³/min180 m³/min

Der unterste Eingang fließt frei; die darüber bekommen nur, was übrig bleibt. Gesamt durch die Kreuzung: 180 m³/min.

Ein visuelles Modell von Lektion 11: die Priorität wird vom untersten Rohr nach oben aufgelöst.

L12

Tricks mit der Förderhöhe

Drei Bauten, die die Förderhöhe als Mechanismus nutzen statt als Einschränkung.

Beispielbau Überlaufkreuzung: ein gepumptes Rohr erreicht eine Kreuzung, ein Zweig läuft geradeaus weiter, einer über eine kleine Erhebung
Überlaufkreuzung – Beispielbau

Die leitet jeden Durchfluss ab, der nicht in das untere Rohr passt. Aktiv wird sie erst, wenn sich der untere Ausgang staut – dann läuft der Überschuss über einen kleinen „Hügel“ von etwa 8 m Höhe. Die Pumpe ist da, um dem Fluid unter allen Umständen genug Förderhöhe für diese Erhebung zu geben; sie lässt den Überlauf nicht früher einsetzen.

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etwa 8 mHauptausgang
Schaltzeichen
Beispielbau Wasserturm: ein Flüssigkeitsspeicher hoch oben auf einem Turm, mit einem Rohr, das zu ihm hinaufsteigt
Wasserturm – Beispielbau

Der Wasserturm ist ein Flüssigkeitsspeicher viele Meter über dem Boden. Jedes Rohr, das darunter angeschlossen ist, kommt ohne Pumpen aus, solange es unterhalb des Puffers bleibt. Das Ventil auf 0 m³/min im Diagramm hält den Turm voll: Ohne es müsste der Turm ständig nachgefüllt werden.

Schaltbild · Seitenansicht
0 m³/minviele Meter über dem Boden
Beispielbau Zweiwegepumpe: eine Pumpe an einem senkrechten Rohr mit je einer Kreuzung darüber und darunter
Zweiwegepumpe – Beispielbau

Die Zweiwegepumpe lässt Fluid nach oben und nach unten laufen. Sie gibt dem angeschlossenen Rohr die Förderhöhe zum Aufsteigen, verhindert aber keinen Rückfluss. Damit ist sie ein guter Partner für den Wasserturm – und es heißt zugleich, dass Fluid bei einem Stromausfall rückwärts laufen kann, was manchmal genau das Gewünschte ist und manchmal nicht.

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hochrunter
Schaltzeichen
L13

Beispiellösungen

Vier angewandte Beispiele, die die Schaltungen dieses Kapitels in die Praxis bringen.

Angewandte Beispiele

Interaktiv
120 m³/min60 m³/mingedrosselt auf < 180 m³/min

Wasserstau in der Aluminiumverarbeitung mit einer VIP-Kreuzung lösen

Die zweite Raffinerie gibt 60 m³/min Wasser zurück, während die erste 120 m³/min Aluminiumoxidlösung zu Aluminiumschrott verarbeitet. Eine -Kreuzung gibt dem zurückgeführten Wasser Vorrang, sodass die Frischwasserleitung auf den Rest gedrosselt wird – <180 m³/min – und sich nichts staut.

Die vier Beispiele von der letzten Seite des Handbuchs.

Glossar

Das Vokabular dieser Anleitung, an einem Ort.

Durchflussrate
Wie viel Fluid sich gerade durch ein Rohr bewegt, in m³/min. Der Wert schwankt; der wahre Wert ist der Mittelwert über die Zeit.
Maximale Durchflussrate
Die Obergrenze eines Rohrs oder eines Maschinenausgangs: 300 m³/min am Mk.1-Rohr, 600 m³/min am Mk.2. Eine Maschine leert sich mit dieser Geschwindigkeit, wann immer sie kann.
Aktuelle Menge
Das Innenvolumen eines Rohrs – das Blasensymbol in seiner Oberfläche. Wie voll es ist, entscheidet darüber, wie schnell es fließen kann und ob es Förderhöhe überträgt.
Förderhöhe (Head Lift)
Die maximale Höhe, auf die Fluid gedrückt werden kann, in Metern. Wird durch volle Rohre ohne Verlust übertragen; gemessen ab der Mitte eines Rohrs oder einer Pumpe, ausschließlich nach oben.
Arbeitsdruck
Die zweite Druckart in einem Rohr. Er verteilt sich gleichmäßig auf die Ausgänge eines Netzes, weshalb 800 m³/min auf drei Rohre je 266,66 ergeben. Nicht direkt beeinflussbar.
FluidBox
Der interne Fluidbehälter eines Rohrs, einer Maschine oder eines Puffers. Alles in dieser Anleitung ist im Kern eine Aussage darüber, wie voll irgendeine FluidBox ist.
Pipeline-Kreuzung
Der vierarmige Rohrverbinder. Er hat kein eigenes Durchflusslimit – gedeckelt sind nur die Rohrabschnitte um ihn herum.
Pipeline-Pumpe Mk.1 / Pipeline-Pumpe Mk.2
Ein Rohraufsatz, der die Förderhöhe erhöht (Mk.1: 20 m, Mk.2: 50 m), Rückfluss verhindert und kein Durchflusslimit hat. Die Durchflussrate erhöht er nie.
Ventil
Ein Rohraufsatz, der Rückfluss blockiert und die Durchflussrate auf ein eingestelltes Limit deckelt. Dieses Limit erreicht er erst, wenn sein Eingangsrohr voll ist.
Flüssigkeitsspeicher
Ein Speichertank: 400 m³ und 8 m hoch oder 2400 m³ und 12 m hoch. Er erzeugt Förderhöhe im Verhältnis zu seinem Füllstand.
Manifold
In Reihe verbundene Rohre und Kreuzungen, die eine Reihe Maschinen versorgen. Weil Rohre in beide Richtungen arbeiten, gleicht sich ein Manifold selbst aus.
VIP – Kreuzung mit variabler Eingangspriorität
Ein Bau, der den untersten von mehreren Eingängen bevorzugt; die oberen fließen nur, wenn am Ausgang noch Kapazität frei ist.
VOP – Kreuzung mit variabler Ausgangspriorität
Ein Bau, der den untersten von mehreren Ausgängen zuerst füllt und erst zum nächsten darüber wechselt, wenn dieser sich gestaut hat.
Überlaufkreuzung
Eine Kreuzung, deren einer Ausgang hinter einer kleinen Erhebung liegt, sodass nur der Durchfluss darüber abgeleitet wird, der nicht in den Hauptausgang passt.
Spülen (Flush)
Die Funktion, die einen Rohrabschnitt leert. Nützlich als Messwerkzeug: spülen, dann beobachten, wie sich der Abschnitt wieder füllt.

Quelle und Credits

Woher diese Anleitung stammt und was wir geändert haben.

The FICSIT Inc. Plumbing Manual: A Guide to Pipelines
  • @McGalleon#8273 (Discord)
  • u/MkGalleon (Reddit)
Handbuch-Version
1.4
Datum
21.08.2022
Geschrieben für
Update 5 + Update 6 (und später)

„Das sind nur die nützlichsten Spezialschaltungen. Es gibt noch ein paar mehr, aber sie sind für die allgemeinen Fabrikzwecke von FICSIT-Pionieren nicht praktikabel.“

„Hoffentlich konnte dieses Handbuch dabei helfen, ein paar deiner Fabrikprobleme zu lösen oder ein paar deiner Fragen zu beantworten.“

SatisfactoryBase ist nicht der Autor dieses Handbuchs. Wir haben seinen Text neu geschrieben, damit er sich wie eine Anleitung liest und nicht wie eine Präsentation, jedes Diagramm als responsives SVG neu gebaut und die durchgerechneten Beispiele in Rechner und Wissensfragen verwandelt. Der fachliche Inhalt – jede Regel, jeder Wert und jede Schlussfolgerung – stammt aus dem Handbuch.

Das Handbuch ist älter als die aktuelle Spielversion. Wir sind lieber nah an der Quelle geblieben, statt jede Aussage gegen den neuesten Patch neu zu testen – nimm die Zahlen deshalb als Messwerte des Handbuchs und nicht als unabhängig geprüfte Daten.